Coole Tipps für heiße Tage

Die zuneh­men­de som­mer­li­che Hit­ze ist für vie­le Men­schen ein Pro­blem. Mit ein paar Maß­nah­men wie einer Däm­mung der Gebäu­de­hül­le und dich­ten Fens­tern lässt sich das eige­ne Zuhau­se wirk­sam gegen Über­hit­zung schüt­zen. Dabei ist dar­auf zu ach­ten, dass nur emis­si­ons­ar­me Pro­duk­te zum Ein­satz kom­men.

Ein aus­rei­chen­der Schutz von Wohn- und Arbeits­ge­bäu­den gegen som­mer­li­che Wär­me ist für das Wohl­be­fin­den und auch aus gesund­heit­li­chen Grün­den wesent­lich. Ven­ti­la­to­ren oder Kli­ma­an­la­gen sind trotz Kühl­ef­fekt nur begrenz­te Lösun­gen, denn die­se Vor­keh­run­gen haben oft Erkäl­tun­gen und Mus­kel­ver­span­nun­gen zur Fol­ge – ganz abge­se­hen vom Strom­ver­brauch der Gerä­te. Um Innen­räu­me vor Über­hit­zung zu schüt­zen, gibt es wirk­sa­me­re Mög­lich­kei­ten. Zunächst ist der Blick auf die Archi­tek­tur zu rich­ten. Muss eine Fas­sa­de wirk­lich immer so trans­pa­rent und ver­glast wie mög­lich sein? Prof. Tho­mas Auer von der TU Mün­chen plä­diert für „ange­mes­se­ne Fens­ter­flä­chen und Raum­hö­hen“. Räu­me mit grö­ße­rer Decken­hö­he lie­ßen sich durch hohe, schma­le Fens­ter in der Tie­fe bes­ser beleuch­ten. Dank des Fens­ter­an­teils an der Fas­sa­de von unter 20 Pro­zent sei ein Son­nen­schutz, der übli­cher­wei­se eine klas­si­sche Wär­me­brü­cke dar­stellt, über­flüs­sig. Trotz­dem wer­de eine gute Tages­be­lich­tung erreicht.

Wer trotz allem nicht auf gro­ße Glas­flä­chen ver­zich­ten möch­te, kann sich mit einem Dach­über­stand vor Über­hit­zung schüt­zen. Denn im Som­mer hilft er, die hoch­ste­hen­de Son­ne drau­ßen zu hal­ten, wäh­rend die tief­stehen­de Son­ne im Win­ter sola­re Wäme­ge­win­ne in Räu­men erzeu­gen kann. Auch Bal­ko­ne kön­nen eine ent­spre­chen­de Wir­kung ent­fal­ten. Ergän­zend oder alter­na­tiv sor­gen Son­nen­schutz­maß­nah­men dafür, dass Innen­räu­me in den Som­mer­mo­na­ten ange­nehm tem­pe­riert blei­ben. Roll­lä­den, Jalou­sien, Klapp­lä­den oder Mar­ki­sen schüt­zen vor zu viel Son­nen­ein­strah­lung. Das gilt beson­ders für Dach­fens­ter. Das Hoch- und Run­ter­fah­ren der Ver­schat­tungs­vor­rich­tun­gen lässt sich kom­for­ta­bel mit Antrie­ben und Zeit­schalt­uhr bewerk­stel­li­gen. Moder­ne Solar­an­trie­be hel­fen zudem beim Strom­spa­ren.

Grund­sätz­lich soll­ten die Fens­ter und Fest­ver­gla­sun­gen über gute Dämm­wer­te ver­fü­gen. Ver­brau­cher soll­ten beach­ten, dass der Dämm­wert des Gla­ses nicht iden­tisch ist mit dem Dämm­wert der gesam­ten Fens­ter­kon­struk­ti­on. Denn moder­ne Fens­ter sind kom­ple­xe Sys­te­me, die aus meh­re­ren Kom­po­nen­ten bestehen. Ob bei Ein­bau in Neu­bau­ten oder beim Aus­tausch im Bestand sind Fens­ter mit Drei­fach­ver­gla­sung und guten Dämm­ei­gen­schaf­ten heut­zu­ta­ge Stan­dard. Ver­brau­cher haben dar­über hin­aus die Wahl, spe­zi­el­les Son­nen­schutz­glas ein­zu­bau­en.

Eine inno­va­ti­ve Lösung ist schalt­ba­res Glas, bei dem sich die Schei­be inner­halb weni­ger Minu­ten von klar zu getönt ver­än­dert, wobei die Durch­sicht erhal­ten bleibt. Auch die Beschich­tung von Glas­schei­ben mit Spe­zi­al­fo­lie kann zu viel Wär­me­ein­strah­lung ver­hin­dern. Dar­über hin­aus hilft eine gut gedämm­te Gebäu­de­hül­le, Hit­zestress zu ver­mei­den. Eine Däm­mung der Fas­sa­de, des Dachs oder zumin­dest der obers­ten Geschoss­de­cke wirkt sich posi­tiv auf das Raum­kli­ma aus. Vor­aus­ge­setzt, es wird aus­rei­chend gelüf­tet, ent­we­der manu­ell oder mit einer kon­trol­lier­ten Wohn­raum­lüf­tung, die für einen auto­ma­ti­schen Aus­tausch der Raum­luft sorgt.

Ob Neu- oder Alt­bau: Bei der ener­ge­ti­schen Ertüch­ti­gung eines Gebäu­des kommt eine Viel­zahl von Mate­ria­li­en und Pro­duk­ten zum Ein­satz. Oft­mals lässt man im Zuge von Moder­ni­sie­run­gen auch Boden- und Wand­be­lä­ge erneu­ern. Dabei wer­den unter ande­rem Par­kett- und Flie­sen­kle­ber, Fugen­kit­te, Put­ze und Far­ben ver­wen­det. Vie­le die­ser Bau­stof­fe haben unmit­tel­ba­re Aus­wir­kung auf das Raum­kli­ma und somit auf die Gesund­heit der Bewoh­ner. Ver­brau­cher soll­ten des­halb bei der Aus­wahl der Mate­ria­li­en grund­sätz­lich auf gesund­heit­li­che Unbe­denk­lich­keit ach­ten, um eine Belas­tung der Raum­luft durch Schad­stof­fe zu ver­mei­den. Sie soll­ten recht­zei­tig vor Ver­ga­be der Arbei­ten den jewei­li­gen Hand­werks­be­trieb auf die­sen Punkt anspre­chen.

Emp­feh­lens­wert sind Pro­duk­te, die das Emi­­code-Sie­­gel auf der Ver­pa­ckung tra­gen. Ver­ge­ben wird das Sie­gel von der GEV, der Gemein­schaft Emis­si­ons­kon­trol­lier­te Ver­le­ge­werk­stof­fe, Kleb­stof­fe und Bau­pro­duk­te. Mate­ria­li­en mit dem Emi­­code-Zei­chen wur­den von unab­hän­gi­gen Labo­ren in spe­zi­el­len Prüf­kam­mern auf VOC-Emis­­sio­­nen getes­tet. Im Bereich Hit­ze­schutz gehö­ren dazu auch Dämm­stof­fe, Dampf­brem­sen, Fugen­dicht­stof­fe und kom­pri­mier­te Dich­tungs­bän­der. Damit die Grenz­wer­te dau­er­haft ein­ge­hal­ten wer­den, fol­gen auf die Erst­prü­fung regel­mä­ßi­ge Stich­pro­ben­kon­trol­len durch unab­hän­gi­ge Exper­ten und Prüf­in­sti­tu­te ohne Vor­anmel­dung. Die Emi­­code-Lizen­­zie­rung muss spä­tes­tens nach fünf Jah­ren neu bean­tragt wer­den.

Ver­brau­cher haben einen mehr­fa­chen Vor­teil, wenn sie sich für Emi­­code-zer­­ti­­fi­­zier­­te Pro­duk­te ent­schei­den. Mit den rich­ti­gen Dämm­pro­duk­ten schüt­zen sie das Haus­in­ne­re vor Über­hit­zung im Som­mer. Im Win­ter schüt­zen sie es vor Aus­küh­lung und sen­ken gleich­zei­tig den Heiz­ener­gie­ver­brauch – gut fürs Porte­mon­naie und die Umwelt. Zusätz­lich sor­gen sie für eine schad­stoff­ar­me Luft in den Innen­räu­men.

Foto: © djedzura/123rf/GEVGEV

Dach­ge­schoss­räu­me sind beliebt, hei­zen sich jedoch im Som­mer bei unzu­rei­chen­dem Schutz stark auf. Neben einer guten Däm­mung sind drei­fach ver­glas­te Dach­fens­ter mit Mar­ki­sen oder Roll­lä­den zu emp­feh­len. Hel­­li­g­keits- und Regen­sen­so­ren über­neh­men die Steue­rung von Fens­tern plus Ver­schat­tung und sor­gen für noch ange­neh­me­re Tem­pe­ra­tu­ren bei Son­nen­schein.

 

 

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10. Juli 2026