Neuer Glanz für alte Böden

Sind Fuß­bö­den in die Jah­re gekom­men und sieht man ihnen das auch an, den­ken vie­le über eine Sanie­rung nach. Dazu muss nicht unbe­dingt alles ent­fernt wer­den, bei glat­ten Ober­flä­chen kön­nen auch nur die­se reno­viert wer­den. Wich­tig ist bei allen Arbeits­schrit­ten, dass die ein­ge­setz­ten Pro­duk­te – von der Grun­die­rung bis hin zu Ölen und Lacken – mög­lichst emis­si­ons­arm sind, denn der Raum soll schnell wie­der nutz­bar sein. Dafür steht das Emi­­code-Zei­chen und leis­tet einen wich­ti­gen Bei­trag für eine wohn­ge­sun­de Raum­luft.

Sie wer­den mit Füßen getre­ten, Staub­sauger und Bob­by­cars fah­ren drü­ber, Gegen­stän­de fal­len drauf: Fuß­bö­den wer­den im Lau­fe ihres Lebens hart ran­ge­nom­men. Unab­hän­gig von der Ober­flä­che – ob Holz, Flie­sen, Vinyl oder ande­re – irgend­wann ist eine Auf­fri­schung, eine Reno­vie­rung oder eine Sanie­rung fäl­lig. Nicht immer muss dafür die bestehen­de Ober­flä­che her­aus­ge­ris­sen wer­den. Bei einem Flie­sen­bo­den genügt es zum Bei­spiel, nur schad­haf­te Exem­pla­re mit Sprün­gen oder abge­platz­ten Ecken aus­zu­tau­schen. Übli­cher­wei­se haben Haus­be­sit­zer noch ein paar Flie­sen vom aktu­el­len Belag im Kel­ler oder in der Gara­ge vor­rä­tig. Nach dem Aus­tausch der defek­ten Flie­sen kön­nen die­se neu ver­fugt wer­den.

Auch ande­re Böden las­sen sich mit über­schau­ba­rem Auf­wand sanie­ren. Sind alte Tex­til­bö­den auf den Unter­grund geklebt, kann die Ent­fer­nung anspruchs­voll sein. Ist der ver­wen­de­te Kleb­stoff was­ser­lös­lich (also eine soge­nann­te Fixie­rung), lässt sich der Tep­pich­be­lag nach dem Ein­feuch­ten (ca. 1–2 Stun­den) rela­tiv leicht abzie­hen. Bei einem nicht was­ser­lös­li­chen Kleb­stoff wer­den Maschi­nen, soge­nann­te Strip­per, ver­wen­det. Ist der alte Tep­pich­bo­den ent­fernt, ver­blei­ben unter Umstän­den Kleb­stoff­res­te auf dem Boden.  Die­se und ande­re even­tu­ell vor­han­de­ne Rück­stän­de wer­den mit Maschi­nen staub­frei abge­schlif­fen oder abge­fräst, grun­diert, gespach­telt und damit für den neu­en Belag vor­be­rei­ten.

Gekleb­te Design- oder Vinyl­bö­den kön­nen fast immer auf­ge­frischt wer­den. Hier genügt es, für die Vor­be­rei­tung den Belag zunächst zu rei­ni­gen und anzu­schlei­fen. Danach wird er neu lackiert. Dabei kann die Ober­flä­che nicht nur farb­lich gestal­tet wer­den, son­dern es sind auch ver­schie­de­ne „Effekt­be­hand­lun­gen“ mög­lich, z.B. durch Ein­streu­en von far­bi­gem Flit­ter.  Danach erstrahlt der Design- oder Vinyl­bo­den wie­der in neu­em Glanz.

Böden aus Holz, Par­kett, Holz­pflas­ter oder gro­ße Die­len kön­nen mehr­fach reno­viert wer­den und haben dadurch eine extrem lan­ge Lebens­dau­er (Mas­siv­holz­par­kett bei guter Pfle­ge 60 bis 100 Jah­re) und sind somit beson­ders nach­hal­tig. Der Holz­be­lag kann im Lauf der Jah­re mehr­fach an- oder abge­schlif­fen wer­den. Nach einem Anschliff wird eine neue Lack­schicht auf­ge­tra­gen, nach einem Abschliff kann die Ober­flä­che kom­plett neu mit einem Öl oder Lack­sys­tem gestal­tet wer­den.  Auf den Est­rich gekleb­te Holz­bö­den haben sich dabei als lang­le­bi­ger als „schwim­mend ver­leg­te“ erwie­sen. Gekleb­tes Par­kett ist deut­lich sta­bi­ler, kann stär­ker belas­tet wer­den und lässt sich ein­fa­cher abschlei­fen.

Auch alte Nut­zestri­che las­sen sich auf­ar­bei­ten. Mür­be Zonen und Uneben­hei­ten, kön­nen nach einem Rei­ni­gungs­schliff mit einer Spach­tel­mas­se besei­tigt wer­den. Die­se bin­den i.d.R. inner­halb eines Tages ab und sind dann bereit für die Ver­le­gung eines neu­en Belags. In Neben- und Kel­ler­räu­men kann der Est­rich auch ein­fach ver­sie­gelt und ohne Belag genutzt wer­den.

Egal, wel­che Art der Boden­sa­nie­rung ansteht, der Arbeits­schutz ist zu berück­sich­ti­gen. Beim Ein­satz emis­si­ons­ar­mer Pro­duk­te ist dies meist ein­fa­cher, denn mit dem Emi­code gekenn­zeich­ne­te Pro­duk­te sind immer auch unter Arbeits­schutz­ge­sichts­punk­ten opti­miert.  Ver­ar­bei­ter oder Do-it-your­­sel­­fer müs­sen beim Abtrag alter Belä­ge Staub­sauger benut­zen und geeig­ne­te Schutz­aus­rüs­tun­gen, wie etwa Fein­staub­mas­ke und Arbeits­hand­schu­he, tra­gen.

Emis­si­ons­ar­me Pro­duk­te, die das Emi­­code-Sie­­gel tra­gen, sind wäh­rend der Reno­vie­rung die Basis für wohn­ge­sun­de Räu­me. . Die GEV – Gemein­schaft Emis­si­ons­kon­trol­lier­te Ver­le­ge­werk­stof­fe, Kleb­stof­fe und Bau­pro­duk­te – ver­gibt das Emi­­code-Zei­chen mit sei­nen ver­schie­de­nen Kate­go­rien jetzt schon seit fast 30 Jah­ren nur an Pro­duk­te, deren Emis­si­on durch stren­ge Labor­prü­fun­gen fest­ge­stellt wur­de. Her­stel­ler müs­sen ihre Erzeug­nis­se regel­mä­ßi­gen Kon­trol­len in Form von unan­ge­mel­de­ten Stich­pro­ben unter­zie­hen las­sen und dür­fen mit einem Emi­­code-Sie­­gel nur dann wer­ben, wenn es spä­tes­tens alle fünf Jah­re erneu­ert wird. Die­se Emi­­code-zer­­ti­­fi­­zier­­ten Ver­le­ge­werk­stof­fe hal­ten stren­ge Kri­te­ri­en für pro­ble­ma­ti­sche Stof­fe ein und sind weit­ge­hend frei von VOCs (Vola­ti­le Orga­nic Com­pounds = flüch­ti­ge orga­ni­sche Ver­bin­dun­gen).

Es gibt eine gro­ße Band­brei­te an Pro­duk­ten, die das Emi­­code-Zei­chen füh­ren dür­fen: Ob Grun­die­run­gen, Kleb­stof­fe, Est­rich­mör­tel, Fugen­mas­sen, Dicht­stof­fe oder Ober­flä­chen-behan­d­­lun­­gen für Par­kett wie Öle und Lacke – Ver­brau­cher und Ver­ar­bei­ter kön­nen sich bei der Aus­wahl am Emi­­code-Zei­chen ori­en­tie­ren, um sicher­zu­ge­hen, dass nach Abschluss aller Boden­ar­bei­ten eine wohn­ge­sun­de Raum­luft gewähr­leis­tet ist.

 

Foto: © Iris Pohl/GEV

Fest auf den Unter­grund gekleb­tes Par­kett kann mehr­mals abge­schlif­fen und neu auf­ge­ar­bei­tet wer­den. Nach dem Ent­fer­nen des Schleif­staubs wird die­ser Boden ver­sie­gelt.

 

 

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24. Juli 2026