Neuer Glanz für alte Böden
Was tun, wenn Fußböden in die Jahre gekommen sind und man es ihnen auch ansieht? Unser Experte erklärt Ihnen, wann Sie eine komplette Sanierung erwägen sollten und wann es genügt, vielleicht nur die abgenutzten oder schadhaften Oberflächen zu renovieren. Außerdem gibt er Empfehlungen für die Verwendung wohngesunder Produkte.
Tipp 1: Nur schadhafte Fliesen ersetzen und neu verfugen
Nicht immer müssen Sie den in die Jahre gekommenen Belag komplett herausreißen. Bei einem Fliesenboden genügt es zum Beispiel, nur schadhafte Exemplare mit Sprüngen oder abgeplatzten Ecken auszutauschen. Üblicherweise haben Hausbesitzer noch ein paar Fliesen vom aktuellen Belag im Keller oder in der Garage vorrätig. Nach dem Austausch der defekten Fliesen können diese neu verfugt werden.
Tipp 2: Alte Textilböden sorgfältig und vollständig entfernen
Sind alte Textilböden auf den Untergrund geklebt, kann die Entfernung anspruchsvoll sein. Ist der verwendete Klebstoff wasserlöslich, können Sie den Teppichbelag nach dem Einfeuchten (ca. 1–2 Stunden) relativ leicht abziehen. Wurde eine Fixierung verwendet, lässt sich der alte Belag nahezu rückstandsfrei entfernen. Bei einem nicht wasserlöslichen Klebstoff werden Maschinen, sogenannte Stripper, verwendet. Ist der alte Teppichboden entfernt, verbleiben unter Umständen Klebstoffreste auf dem Boden. Diese und andere eventuell vorhandenen Rückstände können mit Spezialmaschinen staubfrei abgeschliffen werden. Danach kann der Boden grundiert, gespachtelt und so für den neuen Belag vorbereitet werden.
Tipp 3: Vinyl- und Designböden – kleine Maßnahmen, große Wirkung
Geklebte Design- oder Vinylböden können Sie fast immer auffrischen. Hier genügt es, für die Vorbereitung den Belag zunächst zu reinigen und anzuschleifen. Danach wird er neu lackiert. Dabei können Sie die Oberfläche nicht nur farblich gestalten, sondern auch verschiedene Effekte erzielen, zum Beispiel durch das Einstreuen von farbigem Glitter. Nach dieser Behandlung erstrahlt der Design- oder Vinylboden wieder in neuem Glanz.
Tipp 4: Geklebtes Parkett – abschleifen, ölen, genießen
Holzböden aus Parkett, Holzpflaster oder großen Dielen können mehrfach renoviert werden und haben dadurch eine extrem lange Lebensdauer (Massivholzparkett bei guter Pflege 60 bis 100 Jahre). Somit sind sie besonders nachhaltig. Den Holzbelag können Sie im Laufe der Jahre mehrfach an- oder abschleifen. Nach einem Anschliff wird eine neue Lackschicht aufgetragen, nach einem Abschliff kann die Oberfläche komplett neu mit einem Öl oder Lacksystem gestaltet werden. Direkt auf den Estrich geklebte Holzböden haben sich dabei als langlebiger als „schwimmend verlegte“ erwiesen: Geklebtes Parkett ist deutlich stabiler, kann stärker belastet werden und lässt sich einfacher abschleifen.
Tipp 5: Estriche abschleifen und spachteln
Auch alte Nutzestriche können Sie relativ leicht aufarbeiten. Mürbe Zonen und Unebenheiten lassen sich nach einem Reinigungsschliff mit einer Spachtelmasse ausgleichen. Diese Nivelliermassen binden in der Regel schnell ab, so dass der Boden innerhalb eines Tages für die Verlegung des neuen Belags bereit ist. In Hauswirtschafts- und Kellerräumen kann der Estrich auch einfach versiegelt und ohne Belag genutzt werden.
Tipp 6: Bei der Produktwahl auf Sicherheit und Gesundheit achten
Benutzen Sie beim Abtrag alter Beläge (mietbare) Industriestaubsauger und tragen Sie eine geeignete Schutzausrüstung, bestehend aus Schutzbrille, Feinstaubmaske und Arbeitshandschuhen. Verwenden Sie für die Renovierungsarbeiten möglichst emissionsarme Materialien. Empfehlenswert sind Produkte, die das Emicode-Siegel tragen. Die GEV – Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte – vergibt das Emicode-Zeichen mit seinen verschiedenen Siegelkategorien nur an Produkte, deren Emissionen durch strenge Labortests überwacht werden.
Hersteller müssen ihre Erzeugnisse regelmäßigen Kontrollen in Form von unangemeldeten Stichproben unterziehen und dürfen mit einem Emicode-Siegel nur dann werben, wenn es spätestens alle fünf Jahre neu beantragt wird. Emicode-zertifizierte Verlegewerkstoffe halten strenge Kriterien für problematische Stoffe ein und sind weitgehend frei von VOCs (Volatile Organic Compounds = flüchtige organische Verbindungen). Gerade auch für Bodenarbeiten gibt es eine Vielzahl von Klebstoffen, Estrichmörteln, Fugenmassen, Dichtstoffen und Oberflächenbehandlungen für Parkett wie Öle und Lacke mit dem Emicode-Zeichen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass in Ihrem Zuhause nicht nur während sondern auch nach den Bodenrenovierungsarbeiten eine wohngesunde Raumluft gewährleistet ist.

Foto: © GEV/Iris Pohl
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