Auf seriöse Öko-Labels achten
Wie lässt sich trotz der Vielzahl an Öko-Labels und ‑Siegeln seriöse Transparenz für Planer, Verarbeiter und Verbraucher vermitteln? Unser Experte sagt Ihnen, was Sie beachten müssen, um in Sachen Zertifikate die Spreu vom Weizen trennen zu können.
Mit Erfolg hat sich die GEV, Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V., im November letzten Jahres auf dem Heinze Klimafestival für die Bauwende in Berlin vorgestellt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Architekten aus der Vielzahl von Öko-Labels zuverlässig die seriösen herausfiltern können. Dabei kristallisierten sich mehrere Punkte heraus.
Tipp 1: Vorsicht Greenwashing!
Viele Zertifizierungslabels und Gütesiegel geben vor, für Qualität, Umweltverträglichkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit zu stehen. Doch bei näherem Hinsehen hapert es bei einigen Labels an der nötigen wissenschaftlichen Seriosität in Bezug auf die Produktprüfungen. Einige Siegel beruhen ausschließlich auf Selbstkontrolle, ihre Kriterien sind teils intransparent oder veraltet. Hersteller nutzen Labels zudem oft als Marketinginstrument, ohne echte ökologische Innovationen umzusetzen. Sie versuchen, mit diesem „Greenwashing“ einen werblichen Vorteil am Markt zu erlangen.
Tipp 2: Auf wissenschaftliche Belastbarkeit der Produkttests achten
Seit Beginn ihres Bestehens achtet die GEV auf absolute Seriosität bei den Produktprüfungen. Unabhängige Labore testen bauchemische Produkte bezüglich ihres Emissionsverhaltens auf Herz und Nieren. Damit nicht genug, lässt die GEV auch nach Lizenzierung mit dem Emicode-Zeichen unangemeldete Stichprobenkontrollen vornehmen. So bietet der Emicode allen am Bau Beteiligten verlässliche Orientierung hinsichtlich des Emissionsverhaltens und erleichtert die Auswahl geeigneter Bauprodukte.
Tipp 3: Wie stark ist das Netzwerk der Organisation, die das Siegel vergibt?
Ein Label ist schnell kreiert und aufgeklebt. Aber welche Organisation, welche Prüfstrukturen und welche Netzwerke bilden die Basis für ein Siegel? Der GEV gehören inzwischen rund 270 Mitgliedsfirmen aus 24 Ländern an, die sich den strengen Anforderungen des Emicode-Siegels stellen. Aktuell sind 17339 Produkte aus neun Produktkategorien – von Produkten für den Bodenaufbau bis hin zu Wandbaustoffen – nach Emicode zertifziert.
Tipp 4: Seriöse Anbieter ergänzen sich
Weil nicht jedes Label alle Aspekte hinsichtlich Wohngesundheit und Nachhaltigkeit abdecken kann, ist eine gewisse Arbeitsteilung unter den Organisationen sinnvoll. Die GEV möchte den Emicode nicht zu einem allumfassenden Nachhaltigkeitszeichen entwickeln, sondern konzentriert sich auf Aussagen hinsichtlich der Abgabe von Schadstoffen wie z.B. flüchtiger organischer Stoffe (VOCs) an die Raumluft. Zusätzlich wird die Zusammenarbeit mit etablierten Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB gesucht und damit eine Verzahnung der jeweiligen Systeme erreicht. Das Beantragungsverfahren wird vereinfacht – für alle Beteiligten. Das Emicode-Siegel wird so auf unbürokratische Weise Teil des Zertifizierungsprozesses für nachhaltige Gebäude. Der Einsatz von Emicode-zertifizierten Produkten ermöglicht Architekten und Planern eine für den Aspekt schadstoffarme Innenraumluft erfolgversprechende Antragstellung bei Gebäudezertifizierungssystemen wie beispielsweise DGNB, LEED, BREEAM oder QNG. Die niedrigen VOC-Emissionen von Bauprodukten mit dem EC1-Siegel bewahren die am Bau Verantwortlichen ebenso wie Verbraucher vor negativen Überraschungen bei Messungen der Innenraumluft.

Foto: © GEV/Iris Pohl
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