An heißen Tagen cool bleiben
Ein ausreichender Schutz von Wohn- und Arbeitsgebäuden vor der zunehmenden sommerlichen Hitze ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit unerlässlich. Unser Experte sagt Ihnen, mit welchen Maßnahmen Sie Ihr eigenes Zuhause angenehm temperiert und wohngesund halten können.
Tipp 1: Ventilatoren und Klimageräte nur kurzfristig verwenden
Wenn kurzfristig Abhilfe in überhitzten Räumen geschaffen werden muss, kommen vielfach Ventilatoren oder Klimageräte zum Einsatz. Trotz Kühleffekt sollten Sie diese Geräte nur kurzfristig einsetzen, denn sie führen oft zu Erkältungen und Muskelverspannungen – ganz abgesehen vom Stromverbrauch.
Tipp 2: Architektur mit Maß
Um Innenräume vor Überhitzung zu schützen, gibt es wirksamere Möglichkeiten. Zunächst ist der Blick auf die Architektur zu richten. Vermeiden Sie großflächig verglaste Fassaden und achten Sie auf eine angemessene Raumhöhe. Die Raumhöhe sollte beiden Kriterien, nämlich Raumbeleuchtung und Raumerwärmung, Rechnung tragen. Hohe Decken und große Fensterflächen sorgen zwar für viel Tageslicht, vervielfachen aber auch den Eintrag von Wärme in den Sommermonaten. Hier sollte also immer ein Kompromiss angestrebt werden. Beträgt der Fensteranteil an der Fassade unter 20 Prozent, ist ein Sonnenschutz, der üblicherweise eine klassische Wärmebrücke darstellt, überflüssig. Trotzdem wird eine gute Tagesbelichtung erreicht. Wenn Sie trotz allem nicht auf große Glasflächen verzichten möchten, achten Sie auf einen ausreichenden Dachüberstand. Im Sommer hilft er, die hochstehende Sonne draußen zu halten, während die tiefstehende Sonne im Winter solare Wärmegewinne in Räumen erzeugen kann. Auch mit Balkonen erreichen Sie eine entsprechende Wirkung. Ergänzend oder alternativ können Sie mit Sonnenschutzmaßnahmen dafür sorgen, dass die Innenräume in den Sommermonaten wohltemperiert bleiben. Rollläden, Jalousien, Klappläden oder Markisen schützen vor zu viel Sonneneinstrahlung. Das gilt besonders für Dachfenster. Das Hoch- und Runterfahren der außenliegenden Verschattungsvorrichtungen können Sie komfortabel mit Antrieben und Zeitschaltuhren bewerkstelligen. Moderne Solarantriebe helfen zudem beim Stromsparen.
Tipp 3: Auf gute Fensterqualität achten und Innovationen nutzen
Grundsätzlich sollten Fensterrahmen und Festverglasungen über gute Dämmwerte verfügen. Beachten Sie, dass der Dämmwert des Glases nicht identisch ist mit dem Dämmwert der gesamten Fensterkonstruktion. Denn moderne Fenster sind komplexe Systeme, die aus mehreren Komponenten bestehen. Ob bei Einbau in Neubauten oder beim Austausch im Bestand sind Fenster mit Dreifachverglasung und guten Dämmeigenschaften heutzutage Standard. Darüber hinaus haben Sie die Wahl, spezielles Sonnenschutzglas einzubauen. Eine innovative Lösung ist schaltbares Glas, bei dem sich die Scheibe innerhalb weniger Minuten von klar zu getönt verändert, wobei die Durchsicht erhalten bleibt. Auch die Beschichtung von Glasscheiben mit Spezialfolie kann zu viel Wärmeentwicklung verhindern.
Tipp 4: Gut gedämmte Gebäudehülle und ausreichende Lüftung
Darüber hinaus können Sie mit einer gut gedämmten Gebäudehülle Hitzestress vermeiden. Eine Dämmung der Fassade und des Dachs wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Vorausgesetzt, es wird ausreichend gelüftet – entweder manuell oder mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung – die für einen automatischen Austausch der Raumluft sorgt. Bei manueller Lüftung sorgen Sie an heißen Tagen vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden für gute Querlüftung.
Tipp 5: Auf emissionsarme Produkte achten
Bei der energetischen Ertüchtigung eines Gebäudes kommen eine Vielzahl von Materialien und Produkten zum Einsatz. Im Bereich Hitzeschutz gehören dazu Dämmstoffe, Dampfbremsen, Fugendichtstoffe und komprimierte Dichtungsbänder. Mit den richtigen Dämmprodukten schützen Sie das Hausinnere vor Überhitzung im Sommer. Im Winter bewahren Sie es vor Auskühlung und senken gleichzeitig den Heizenergieverbrauch – gut fürs Portemonnaie und die Umwelt. Oftmals lässt man im Zuge von Modernisierungen auch Boden- und Wandbeläge erneuern. Dabei werden unter anderem Parkett- und Fliesenkleber, Fugenkitte, Putze und Farben verwendet. Viele dieser Baustoffe haben unmittelbare Auswirkungen auf das Raumklima und somit auf die Gesundheit der Bewohner. Achten Sie deshalb bei der Auswahl der Materialien grundsätzlich auf gesundheitliche Unbedenklichkeit, um eine Belastung der Raumluft durch Schadstoffe zu vermeiden. Sie sollten rechtzeitig vor Vergabe der Arbeiten den jeweiligen Handwerksbetrieb auf diesen Punkt ansprechen.
Empfehlenswert sind Produkte, die das Emicode-Siegel auf der Verpackung tragen. Vergeben wird das Siegel von der GEV, der Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte. Materialien mit dem Emicode-Zeichen wurden von unabhängigen Laboren in speziellen Prüfkammern auf VOC-Emissionen getestet. Neben dem Hitzeschutz sorgen sie zusätzlich für eine schadstoffarme Luft in den Innenräumen.

Foto: © GEV/Iris Pohl
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